Beste Podcast-Apps: Gebündelt, Unabhängig oder Öffentlich-Rechtlich
Sechs Wege, Podcasts zu hören — von der Musik-App mit Podcasts nebenbei bis zur komplett werbefreien öffentlich-rechtlichen App, finanziert über den Rundfunkbeitrag.
Sechs Apps, und der eigentliche Unterschied ist nicht die Funktionsliste — sondern wer die App bezahlt: Werbekunden, Abonnenten oder der Rundfunkbeitrag.
Gebündelt oder für das Format gebaut
Spotify behandelt Podcasts als eine Kategorie innerhalb einer Musikplattform. Apple Podcasts, Castbox, Overcast, ARD Sounds und Podimo existieren alle für eine einzige Aufgabe, und das zeigt sich in Details, um die sich Spotify nicht kümmert: Stille-Trimmen, Playlists pro Show, redaktionelle Kuratierung ohne Algorithmus.
Eine Person gegen einen Konzern
Overcast wird von einer einzigen Person gebaut und gepflegt — eine Tatsache, die die eigene App-Store-Beschreibung offen nennt, und die die Fachpresse immer wieder als Erklärung dafür anführt, warum sich die App anders anfühlt als alles andere hier. Am anderen Ende steht Spotify, ein börsennotiertes Unternehmen mit über 42 Millionen Bewertungen allein für diese App.
Wer die App tatsächlich bezahlt
Bei Spotify, Castbox und Podimo zahlen letztlich Abonnenten oder Werbekunden. Bei ARD Sounds zahlt der Rundfunkbeitrag — die einzige App hier ohne Werbung und ohne Abo, dafür mit einem Katalog, der sich auf deutschsprachige Inhalte konzentriert.
Kurze Antwort
Nutzt Spotify schon für Musik — dort bleiben, Podcasts sind im selben Reiter.
Nur Apple-Geräte, will es einfach — Apple Podcasts, mit Live-Abschriften als echtem Bonus.
Braucht eine App für iPhone und Android gleichermaßen — Castbox.
Will eine App ohne Firma dahinter — Overcast, nur iPhone, nur Englisch.
Will deutschsprachige Formate ohne Werbung und ohne Abo — ARD Sounds.
Interessiert an bestimmten Exklusivshows — Podimo, mit Abo nach der Testphase.
Passt zu: alle, die Spotify bereits für Musik nutzen
Dafür
- Keine zusätzliche App nötig, wenn Spotify ohnehin die Musik übernimmt
- Mit Abstand größte Nutzerschaft hier — über 42 Millionen Bewertungen
- Exklusive Shows, die anderswo kaum zu finden sind
Dagegen
- Podcast-spezifische Werkzeuge sind dünner als bei reinen Podcast-Apps
- Werbung ohne Premium-Abo
- 287 MB — schwerste App dieser Übersicht, weil der ganze Musikkatalog mitläuft
Der Standard für die meisten, meist eher zufällig. Wer nur Podcasts hört, bekommt mit einem spezialisierten Player mehr aus dem Format.
Passt zu: iPhone-Besitzer, die nichts installieren wollen
Dafür
- Schon auf jedem iPhone, synchronisiert automatisch über Apple-Geräte
- Live-Abschriften während der Wiedergabe — einzige App hier mit dieser Funktion
- Redaktionelle Empfehlungen von Apples eigenem Team
Dagegen
- Keine Android-Version, und keine ist geplant
- Entdeckung neigt zu dem, was speziell auf iOS funktioniert
- Show-Abonnements für exklusive Inhalte legt nicht Apple fest
Der richtige Standard für einen reinen Apple-Haushalt. Ein gemischter Haushalt aus iPhone und Android braucht eine plattformübergreifende App.
Passt zu: alle, die eine App wollen, die auf beiden Plattformen gleich funktioniert
Dafür
- Identische Erfahrung auf iPhone und Android
- Katalog von mehr als 95 Millionen Folgen aus 27 Ländern, laut Entwickler
- CarPlay- und Amazon-Alexa-Unterstützung
Dagegen
- Manche Shows verlangen ein eigenes Abo obendrauf
- 167 MB, schwerster reiner Podcast-Player dieser Übersicht
- Weniger Presseerwähnungen als Overcast trotz größerer Reichweite
Die praktische plattformübergreifende Wahl, wenn im Haushalt sowohl iPhones als auch Android-Telefone laufen und eine App auf beiden gleich funktionieren soll.
Passt zu: alle, die eine Podcast-App ohne Firma dahinter wollen
Dafür
- Von einer einzigen Person gebaut und gepflegt, gelobt von The Verge und TechCrunch
- Smart Speed und Voice Boost sind eigene Technik, nicht lizenziert
- Keine Analyse- oder Werbedienste Dritter, laut eigener Angabe
Dagegen
- Keine Android-Version — eine Person für eine Plattform ist das ganze Modell
- Nur Englisch, kein deutsches Interface
- Werbung ohne Overcast Premium
Eine seltene Sache in dieser Kategorie: eine App von jemandem, der nur Podcast-Player baut. Nur iPhone, nur Englisch, und das bleibt so.
Passt zu: alle, die deutschsprachige Formate komplett kostenlos wollen
Dafür
- Exklusive ARD-Formate aus den Landesrundfunkanstalten
- Hörspiele und Hörbücher kostenlos im selben Katalog
- Kein Werbemodell — finanziert über den Rundfunkbeitrag
Dagegen
- Katalog mit deutschem Schwerpunkt, weniger international
- 238 MB, schwerer als ein reiner Podcast-Player
- Name verrät nicht sofort, dass es eine Podcast-App ist
Die einzige App dieser Übersicht ganz ohne Werbung und ganz ohne Abo — bezahlt über den Rundfunkbeitrag statt über die Hörer direkt.
Passt zu: alle, die an namentlich beworbenen Exklusivshows interessiert sind
Dafür
- Eigens produzierte Exklusivformate, die es nur bei Podimo gibt
- Entdeckungsfunktion mit Video-Trailern der Ersteller
- Eigene Auswahl für Kinder von drei bis zwölf Jahren
Dagegen
- Voller Katalog liegt hinter einem Abo nach der Testphase
- Kein öffentlich-rechtliches Angebot, muss sich über Abonnenten tragen
- Weniger internationale Reichweite als Castbox oder Spotify
Lohnt sich für die beworbenen Exklusivshows und sonst wenig — für einen kostenlosen Katalog ohne Bezahlschranke ist ARD Sounds die naheliegendere Wahl.